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Gesil

Große weise Müllhalde

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1

Sonntag, 1. Oktober 2006, 10:07

Wahlen in Österreich

In Österreich finden heute Nationalratswahlen statt. Als braver Staatsbürger habe ich natürlich längst mein Kreuzchen gemacht. :D

Das Problem ist aber vermutlich, dass die Leute aus der Vergangenheit nicht klug werden und wieder einmal nichts Besseres nachkommt.

- Die Kanzlerpartei (schwarz) hat die letzten 4 Jahre de facto alleine regiert (mit dem Mehrheitsbeschaffer namens BZÖ - eine blaue Splittergruppe die vor einem Jahr meinte, aus den Blauen austreten zu müssen).
- Die Roten wurden in den letzten Monaten anlässlich eines Bankenskandals (nicht zu Unrecht) massiv von allen Seiten beschossen.
- Grün stagniert seit langem bei ca. 10% und wird sich auch heute kaum davon wegbewegen können - wenn, dann nach unten
- Blau (freiheitlich) wird einen größeren Aufschwung verzeichnen; das ist aber weniger auf einen allgemeinen Rechtsruck zurückzuführen, als auf die Tatsache, dass Blau bei der letzten Wahl faktisch politischen Selbstmord begangen hatte (von 29 auf 8 Prozent runter), und jetzt lediglich etwas vom früheren Terrain zurückerobert
- Orange (oben angesprochen die blaue Splittergruppe, der kleine Koalitionspartner) wird vermutlich gar nicht mehr in den Nationalrat kommen
- eine neue Liste sowie die KPÖ wird ebenfalls nicht oder nur ganz knapp einziehen können.

Wahrscheinlich werden Rot und Schwarz, die bisher zusammen 80% Stimmenanteil hatten, auf maximal 70 absinken. Und da beide Parteien verlieren werden, geht sich auch kaum eine Koalition mit einem kleinen Partner aus. Mit Blau vielleicht ausgenommen, aber jede Partei hat bisher ausgeschlossen, dies zu wollen; Blau ebenso, die wollen lieber in Opposition gehen. Bleibt nur eine große Koalition oder eine Minderheitsregierung übrig......

Aber ihr Deutschen hattet nach der letzten Wahl ja auch nicht gerade optimale Verhältnisse für eine Regierungsbildung. :P :D

Stipen O.

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2

Sonntag, 1. Oktober 2006, 13:35

Ich habe heute im Radio von Chancen fuer Schwarz/ Gruen gehoert - waere ja auch mal was fuer uns in D...
X( :eek2:
Aber wahrscheinlich ist es bei Euch wie bei uns - in den grossen Staedten (ausser Berlin*) waere das moeglich, im ganzen Lande eher nein.
* in Berlin versucht die CDU die FDP verkehrt zu ueberholen..
Der Schatten ueber Riva wird immer laenger.

Gesil

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3

Sonntag, 1. Oktober 2006, 23:03

Hm, ein wenig überrascht bin ich jetzt doch. Wie es nach den Hochrechnungen aussieht, wird:
- nur Schwarz massiv verlieren (7-8%),
- Rot minimal verlieren und damit zur stimmenstärksten Partei.
- Blau gewinnt - wie von mir erwartet - deutlich dazu (für die Politik gilt seit vielen Jahre: unterschätze nie die Blödheit der Österreicher....).
- Grün gewinnt leicht
- und wie es aussieht, ist die organge Splittergruppe der Blauen auch wieder mit dabei - wenngleich es auch haarscharf ist bzw. wird (endgültige Entscheidung erst nach Auszählung der Wahlkarten).

Zu letzterem möchte ich noch anmerken, dass das eine sehr-weit-rechts-außen-Partei ist. Die Wahlpropaganda lag Schwerpunktmäßíg auf der "Deportation von 300.000 Ausländern". Was diese Partei nicht so ganz wörtlich nimmt, von wegen Abstammung oder Staatsbürgerschaft. Alles was keine österreichischen oder zumindest deutschen Eltern hat, ist prinzipiell zu deportieren, meinen diese Leute. Etwa 4 Prozent aller Wahlbeteiligten teilen offenbar diese Meinung - davon schockierende 23% im Bundesland Kärnten (wo der Rechtsextremismus seit langem besonders deutlich ausgeprägt ist).

"Die Regierung" wurde bei dieser Wahl zwar abgewählt, in Summe ist es aber tatsächlich ein Ruck nach rechts. :(

Amselfass

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4

Montag, 2. Oktober 2006, 11:48

Das Problem des Protest-Rechts-Wählens ist wohl nicht ausschließlich ein deutsches. Dabei dachte ich (natürlich nur im Wissen um das, was deutsche Medien zu dem Thema produzieren) bis jetzt, der Kanzler und seine Partei stünden in Österreich ganz gut da. Hab mich da aber wohl getäuscht ... unbeliebte Regierungen fördern immer die Ränder des Spektrums.

Wo liegt in Österreich eigentlich die Minimalgrenze für den Einzug in den Nationalrat? Fünf Prozent können ja schlecht sein. ?(

Machzo

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5

Montag, 2. Oktober 2006, 12:14

Zitat

Original von Amselfass
Wo liegt in Österreich eigentlich die Minimalgrenze für den Einzug in den Nationalrat? Fünf Prozent können ja schlecht sein. ?(

Bei 4% bundesweit oder Alternativ über ein Grundmandat in einem Bundesland.

Gesil

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6

Montag, 2. Oktober 2006, 13:57

Zitat

Original von Amselfass
Dabei dachte ich...... bis jetzt, der Kanzler und seine Partei stünden in Österreich ganz gut da.

Hm, ich bin eigentlich immer kritisch gegenüber der Regierung, egal welcher. Das sollte meiner Meinung nach jeder sein, sonst lässt man sich zu leicht täuschen von dem, was einem die Politiker aus der Regierung dauernd einreden wollen.

Der Kanzler hat einige sehr unbeliebte Minister über lange Zeit hinweg unterstützt. Sowohl der Finanzminister (der aber wegen seiner Popularität eine Ausnahme ist), als auch Bildungsministerin, Innenministerin und andere haben bei einigen Teilen der Bevölkerung starke Ablehnung hervorgerufen. Wie zum Beispiel ein österreichischer Student die ÖVP wählen soll, wenn er allein heuer um ca. 50% mehr Studienkollegen hat - bei gleich bleibender Anzahl an Seminar- und Praktikumsplätzen, wohlgemerkt! - ist kaum zu erklären.

Die Regierungspartei hat es ganz klar versäumt, auf Sachthemen zu setzen. Die Opposition - vor allem SPÖ, aber auch Grüne und Freiheitliche - haben sich ein bis mehrere Sachthemen ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben. Und das hat offenbar gezogen. Die (ehemalige, denn jetzt ist das sicher anders) Kanzlerpartei hat aber ihren Wahlkampf ganz auf den Kanzler zugeschnitten. "Weil er es kann" oder "wir stehen alle sehr gut da" sind der Argumente halt einfach nicht genug gewesen. Man hat sich offenbar zu sehr darauf gestützt, dass die Roten (SPÖ) wegen der Bürde ihres Bankenskandals stark leidern wird, und es genügt den Leuten zu suggerieren, es werde so "gut" weitergehen wie bisher. Aber die Leute haben anscheinend nicht überwiegend empfunden, dass es ihnen so "gut" geht, wie es die Politiker gern gehabt hätten.

Dr. Nodelescu

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7

Dienstag, 3. Oktober 2006, 14:24

Seit den letzten Wahlen 2002 hab ich mich nicht mehr genauer mit der österreichischen Politik befasst, was zwischen 2000 und 2002 sicherlich anders.

Über FPÖ und BZÖ will ich mich an der Stelle nicht äußern, aber da die FPÖ sehr viel mehr Stimmen bekommen hat als das BZÖ, bin ich zumindest so zuversichtlich, dass außerhalb Kärntens der One-Man-Show um Haider nicht mehr zieht. Die Grundeinstellungen des nationalkonservativen sind leider noch da, aber wenigstens können die auch ohne den Jörg leben. Da Österreich von den Alliierten eher als Kriegsopfer denn als Kriegstäter angesehen wurde, wurde auch keine allzu nachhaltige Entnazifierung betrieben, wenn überhaupt.

Sicherlich mag die SPÖ unter den Folgen der Bawag-Affäre gelitten haben, aber ich denke mal, dass nach dem nationalkonservativen Schisma die Wechselwähler, die nun zum Gusenbauer gegangen, das ganze Kaspertheater in der Regierung einfach Leid waren. Ich denke, dass dies der Grund für den roten Wahlerfolg war und nicht die Studiengebühren und die besonders liberale Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, sonst hätte die ÖVP nicht 2002 diesen grandiosen Wahlsieg erfahren.

Die ÖVP als konservative Volkspartei werde ich als Außenstehender nicht wirklich bewerten können. Sicherlich mag für viele die soziale Balance nicht gestimmt haben, aber wo in Europa stimmt sie denn zur Zeit? Überall protestieren Menschen gegen soziale Einschnitte, die auch überall nötig sind, außer dort, wo sie schon erfolgreich geführt wurden.

Ich denke, dass die Österreicher die große Koalition auch wirklich wollen, damit eben diese Art von Kaspertheater der letzten vier bis sechs Jahre einfach mal aufhört. Das erklärt auch das eher unerwartet gute Abschneiden der SPÖ.
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Gesil

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8

Dienstag, 3. Oktober 2006, 15:34

Zitat

Original von Dr. Nodelescu
Ich denke, dass die Österreicher die große Koalition auch wirklich wollen, damit eben diese Art von Kaspertheater der letzten vier bis sechs Jahre einfach mal aufhört. Das erklärt auch das eher unerwartet gute Abschneiden der SPÖ.

Das ist eine interessante Frage. Aber vorher möchte ich noch klarstellen, dass die SPÖ (absolut und in Prozenten) Stimmen verloren hat. Ca. 1 Prozent minus dürften herauskommen. Als "Erfolg" wird das nur deshalb interpretiert, weil die ÖVP mehr als 8 % verloren hat.

Daraus lassen sich natürlich Schlussfolgerungen ziehen:
- Die Regierung, die faktisch nur aus ÖVP besteht, wurde ganz klar abgewählt.
- Auch die SPÖ ist nicht der Liebling der Nation geworden, sie bekam weniger Zustimmung als vor 4 Jahren
- Ob die Österreicher eine große Koalition wollen, wenn sie beiden Parteien weniger Zustimmung entgegen bringen als früher, ist fraglich
- Eine Rot-Grüne Koalition wird ebenfalls nicht gewünscht, diese beiden Parteien kämen nur dann auf eine Mandatsmehrheit, wenn das BZÖ nachträglich (nach Auszählung der Wahlkarten) doch noch aus dem Parlament fliegt. Diese Gefahr besteht, ist aber relativ gering.

- Es gibt nur 3 Parteien, die wirklich Stimmen gewonnen haben (absolut und in Prozenten): FPÖ, Grüne und KPÖ. Diese Parteien hätten zusammen aber nicht einmal 25%. Davon abgesehen, würde wohl keine einzige der genannten mit der anderen koalieren. Höchstens - mit sehr viel Bauchweh - Grün und KPÖ

Damit steht fest, dass in der nächsten Regierung, die rot-schwarz sein wird, zwei Wahlverlierer sitzen. Einer mit mäßigen Verlusten, einer mit katastophalem Ergebnis. Sie müssten schon ein kleines Wunder vollbringen, wenn sie 2010 Stimmen gewinnen können. Aber bis dahin fließt wohl noch viel Wasser die Donau hinab.

Amselfass

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9

Donnerstag, 5. Oktober 2006, 20:33

Zitat

Hm, ich bin eigentlich immer kritisch gegenüber der Regierung, egal welcher. Das sollte meiner Meinung nach jeder sein, sonst lässt man sich zu leicht täuschen von dem, was einem die Politiker aus der Regierung dauernd einreden wollen.

Ich bin eigentlich eher zu regierungsfreundlich, hab mich auch schon mit der Kanzlerin prima angefreundet :D , obwohl sie 2005 nicht unbedigt meine Favoritin war.

Naja, letztendlich passen die vier von dir genannten Punkte so ziemlich genau auch auf Deutschland:
- Die Regierung wurde 2005 abgewählt.
- Die Opposition ist auch nicht gerade beliebter geworden.
- Insgesamt fallen die Volksparteien in ihrer Gesamtzahl an Stimmen zurück.
- Rot-Grün ist für die Leute keine Alternative.
Passt alles...

Die logische Schlussfolgerung erscheint mir hieraus aber nicht (weder für D noch für A), dass die Menschen sich eine große Koalition wünschen, sondern, dass die Menschen irgendwie die Nase voll haben. Ist ja überall der gleiche Vorgang, wenn ein Land vor wirklich schwerwiegenden Veränderungen steht. In Skandinavien ist die Politikverdrossenheit - glaube ich - kein so großes Problem, weil man weiß, das letztendlich alles gut läuft.

Wahrscheinlich muss jedes Land durch diese schwere Phase vom durch und solange auch damit leben, dass die Bürger an der Richtung zweifeln. Dazu eignet sich eine große Koalition aber allemal am besten, denn man darf einer herrschenden "Miesepeterstimmung" nicht dadurch Auftrieb verleihen, dass sogar 49 % des Parlaments aus Prinzip "nein" zu allem sagt.

Amselfass,

der Deutschland und Österreich nach wie vor positiver sieht als die kollektive Medienmeinung.

Gesil

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10

Donnerstag, 12. Oktober 2006, 10:24

So, jetzt wird es erst so richtig "lustig".
Wie es scheint, arbeitet der Noch-Kanzler Schüssel darauf hin, dass eine große Koalition nicht zustande kommt, und stattdessen Rot-Grün mit freiheitlicher Unterstützung koaliert. Das kann natürlich nicht gut gehen, zu groß sind die Differenzen zwischen Blau-Grün aber auch Blau-Rot. Nach etwa einem Regierungsjahr müsste das dann zu unregierbaren Zuständen / Koalitionsbruch / Neuwahlen führen.

Dann kann die ÖVP Neuwahlen gelassen entgegen sehen. Schließlich hätten dann die Wähler keine andere Alternative mehr, als schwarz zu wählen, wenn alle anderen (erwähnenswerten) Parteien in einer Regierung gescheitert wären.

Neuwahlen in den nächsten paar Monaten würden aber der ÖVP weitere Stimmenverluste bringen, bei einer großen Koalition als Juniorpartner droht ein Ansehensverlust. Der satansich-geniale Taktiker Schüssel (für mich eine Beleidigung für die eigene Partei sowie unser Land) würde damit das einzige ihm dienliche Ziel verfolgen; denn dann wäre er wieder an der Macht, mit Stimmengewinn für seine Partei. X( :mad: Schade, dass man bei einer Wahl nur eine Stimme für eine Partei abgeben kann, und nicht gegen eine Person :(

Dr. Nodelescu

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11

Samstag, 11. Oktober 2008, 13:08

Kürzlich waren erst einmal wieder Nationalratswahlen, wo FPÖ und BZÖ nochmal kräftig zugelangt hatten. Die Misere durch Neuwahlen hätten die Jungs sich auch sparen können. :rolleyes:

Aber viel wichtiger sind jetzt die Folgen riskanten Fahrverhaltens. Jörg Haider ist tot.

Wenn du Fotograf bist und du den Haider retten könntest, in dem du auf den Schnappschuss verzichtet, stellt sich nur eine Frage: Matt oder Hochglanz?
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Josch

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12

Samstag, 11. Oktober 2008, 15:35

Zitat

Original von Dr. Nodelescu

Wenn du Fotograf bist und du den Haider retten könntest, in dem du auf den Schnappschuss verzichtet, stellt sich nur eine Frage: Matt oder Hochglanz?


na ja, auch ich habe Herrn Haider wegen seiner politischen Ansichten nicht gemocht. Trotzdem bedauere ich seinen viel zu frühen Unfalltod.
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Adalbertus

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13

Samstag, 11. Oktober 2008, 16:29

Ich breche wegen eines Unfalls zwar nicht in Jubel aus, aber so richtig bedauern kann ich es auch nicht, weil ich viel zu sehr hoffe, daß das für Österreich insgesamt eine gute Entwicklung ist.

@Gesil: So eine Idee hatte ich schon für die CSU in Bayern. Das hat vor 40 Jahren schon mal super funktioniert, siehe 2. Kabinett Hoegner 1954-57.

Ich frage mich sowieso, ob man nicht einen eigenen Kreis für Protestwähler auf dem Stimmzettel machen sollte. Der Text wäre so etwas wie "Ich traue keiner der vorgeschlagenen Parteien zu, diesen Staat zum Wohle seiner Bürger zu regieren". Die Stimmen werden ebenfalls gezählt und der halbe Prozentsatz wird von den Abgeordnetendiäten und Ministergehältern abgezogen. Falls mehr als 10 % aller Bürger so wählen, gibt es in der Legislaturperiode auch keine Diätenerhöhungen.

Oder besser: Die Diäten bestimmen sich über einen unveränderlichen Faktor aus dem Durchschnitt der 90% geringsten Einkommen (damit es nicht hilft, ein paar Leute unglaublich reich zu machen). Oder noch besser: Man nimmt das geometrische Mittel, das eine gleichmäßige Verteilung bevorzugt (dann sollte man aber die 5% größten und die 5% kleinsten Einkommen ausschließen, weil sonst ein paar verkrachte Existenzen, die es immer geben wird, unglaublich hereinhauen. (Natürlich bleibt's dann beim Abziehen der Protestwählerprozente).

Der Faktor darf von mir aus ruhig 10 sein - es geht mir nicht darum, daß die Abgeordneten und Minister arm sind, sondern daß sie in Anstand ihren Job machen.
Man gewöhnt sich an allem. Sogar am Dativ.

Adalbertus

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14

Mittwoch, 15. Oktober 2008, 17:00

Neueste Meldung aus Brüssel: Ab sofort wird für politische Extremisten die Promillegrenze im Straßenverkehr europaweit aufgehoben.


(Sorry, den kann ich mir nicht verkneifen)
Man gewöhnt sich an allem. Sogar am Dativ.

oernzz

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15

Mittwoch, 15. Oktober 2008, 18:01

Zitat

Original von Dr. Nodelescu
Wenn du Fotograf bist und du den Haider retten könntest, in dem du auf den Schnappschuss verzichtet, stellt sich nur eine Frage: Matt oder Hochglanz?

Original von Adalbertus
Neueste Meldung aus Brüssel: Ab sofort wird für politische Extremisten die Promillegrenze im Straßenverkehr europaweit aufgehoben.
(Sorry, den kann ich mir nicht verkneifen)




Seid mir bitte nicht böse, aber in anderen Foren wird man wegen sowas gebannt...möchte nur mal daran erinnern wie mir "die Hölle heiß" gemacht wurde als ich von privaten SicherheitsKopien bzw. Emulations-Laufwerken sprach(was in keinster Weise gegen Gesetz/Moral verstossen hatte) Da war das Geschrei groß, hier gehts tatsächlich gegen die Moral und alles schweigt bzw. stimmt fröhlich mit ein!?!

Auch nur darüber Witze zu machen ist mehr als Geschmacklos. Schade das sowas in nem Forum mit hochem Niveau passiert...



Zur Erklärung: Ich habe Haider nie gewählt oder auch nur mit dem Gedanken gespielt! Auch waren mir einige Äusserungen zuwider. Klar hat er den ein oder anderen Fehler gemacht...mit 142Km/h, 1,8Promile in seinem Auto zerfetzt zu werden hat er aber sicher nicht verdient!


mfg oernzz
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.


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hongkongfui

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16

Mittwoch, 15. Oktober 2008, 19:57

@oernzz

stimme dir völlig zu.

habe lvorige tage ange auf doc nos beitrag gestarrt und mir gedanken darüber gemacht,
dabei aber tatsächlich vor lauter nachdenken vergessen, was dazu zu schreiben.

schade eigentlich.

grüße,
peter
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Adalbertus

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17

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 01:09

Ich sehe das etwas anders: Wer sich mit 1,8 Promille ins Auto setzt, ist selbst schuld.
Falls man da etwas von alkoholbedinger Unzurechnungsfähigkeit sagen sollte: Wer sich so zusäuft, daß er nicht mehr in der Lage ist zu kontrollieren, ob er sich ins Auto setzt, ist selbst schuld.
Ich bin durchaus nicht ein Feind eines, zweier, dreier, ... Bierchen, aber vor Leuten, die sich dann nicht mehr unter Kontrolle haben bzw. nicht entsprechende Vorkehrungen treffen, daß es nichts ausmacht, wenn irgendetwas nicht ganz so läuft, wie es soll, habe ich keinen Respekt. Vom Extremismus einmal ganz abgesehen. Es gibt einen Punkt, an dem Pietät zur Heuchelei wird, und der ist bei Haider definitiv mehr als einmal überschritten worden.
Man gewöhnt sich an allem. Sogar am Dativ.

18

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 10:31

@ ... ist doch eigentlich genug mit den "Übertreibungen" ...

Man kann durchaus "behaupten" Politiker die über ihre Heimatstadt hinaus bekannt sind, sind ALLE nicht integer, nur beweisen muss man es für jeden einzelnen erstmal! Wo dann mal gegraben wird kommen Dinge zum vorschein die man erst gar nicht glauben will, kann, möchte wie auch immer ... Ergebnis ist immer gleich ... menschlich eben, "Fehlverhalten" ist eins unserer aller "Markenzeichen"! Nur einiges geht weit über ein allgemeines Fehlverhalten hinaus und hier sind Politiker nicht anders wie sonstige "Herrscher" ... die Macht als solche "versaut" jeden Karakter ... jeden!!!

Man siehe sich diesen "Ober-Terroristen" Hüter der Demokratie an, warum wird sowas nicht in den -- Bush -- geschickt?! Da ist dieser heutige "kleine" Österreicher ... geradezu "lieb und nett" ... gewesen ...

Zum Promille ... heute wird behauptet mit 1,8 Promille wäre man nicht mehr "Zurechnungsfähig", mehr oder weniger Scherz oder? Jemand der wie Politiker immer wider mit Alkohol "umgeht" ist bestimmt nicht "daneben", ebenso weit weg von "nüchtern" doch bestimmt nicht mehr "angeschlagen" wie Otto Normalverbraucher der unregelmäßig mal was trinkt und 0,5 Promille vorweisen würde! ... nicht vergessen bei uns (BRD) waren mal 1,3 Promille im Straßenverkehr erlaubt !!! Heute heißt es dazu ... VOLLTRUNKEN ... es kommt nur darauf an was die Mehrheit meint wie die Dinge wären, nicht wie sie sind ist relevant!
Heute wird sich so gedankenlos Dumm im Straßenverkehr verhalten da ist es gar nicht mehr nötig mit Alkohol zusätzlich nach zu helfen ... pure "Ausrede" ... hätte, wenn und aber ... "Ich bin der Überflieger" ... ist viel mehr Auslöser für Selbstüberschätzung, als es Alkohol je sein kann ...!
Wenn man wollte könnte man zur Heuchelei: ... nichts gegen zwei, drei Bierchen .... wer sich so zusäuft ... ??

Meine Meinung im allgemeinen sah mal anders aus, doch das Leben lehrt, mit mehr als einem halben Jahrhundert "Lebenserfahrungen" ... kann man über vieles nur noch ironisch grinsen um es dann schnell zu vergessen ...
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oernzz

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19

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 14:22

Zitat

Original von Adalbertus
Ich sehe das etwas anders: Wer sich mit 1,8 Promille ins Auto setzt, ist selbst schuld. Falls man da etwas von alkoholbedinger Unzurechnungsfähigkeit sagen sollte: Wer sich so zusäuft, daß er nicht mehr in der Lage ist zu kontrollieren, ob er sich ins Auto setzt, ist selbst schuld.


Hmm, also wenn mans genau nimmt hat er ja kontrolliert ob er ins Auto sitzt oder nicht...er is ja nich ins Auto gefallen/gestossen etc., war also in der Lage kontrolliert ins Auto zu sitzen. Dennoch war es ein Fehler, wenn man trinkt und wenns auch nur "2, 3, 4"-Bierchen sind, sollte/darf man nicht fahren.

Das hat aber nichts damit zu tun ob man sich über einen kurz zuvor stattgefundenen und schrecklichen Tod eines Menschen öffentlich lustig machen sollte oder nicht!

Zitat

Original von Adalbertus
Ich bin durchaus nicht ein Feind eines, zweier, dreier, ... Bierchen, aber vor Leuten, die sich dann nicht mehr unter Kontrolle haben bzw. nicht entsprechende Vorkehrungen treffen, daß es nichts ausmacht, wenn irgendetwas nicht ganz so läuft, wie es soll, habe ich keinen Respekt.


Wie gesagt: Trinken+Fahren=Fehler ->siehe oben

Zitat

...habe ich keinen Respekt.

Demnach wärs also Ok wenn man "Sachen macht" die der allgemeinen Pietät/Rechts etc. widersprechen, solange man keinen Respekt vor betroffenem "Objekt" hat?!

Zitat

Original von Adalbertus
Vom Extremismus einmal ganz abgesehen. Es gibt einen Punkt, an dem Pietät zur Heuchelei wird, und der ist bei Haider definitiv mehr als einmal überschritten worden.

Boah e, komm mir etz bitte nicht mit diesem "Extremismus/Terrorismus/Radikalismus/AL´Kaida/etc bla,bla...das sind Totschlagargumente, meiner Meinung nach.
Manche bezeichnen/ten Haider als Heuchler...das ist aber definitions Sache .
Zweifellos hat´s "der Haider" mit der Pietät auch nicht immer so genau genommen....

...

Aber was hat das damit zu tun ob DU dich der Ettiquette/Pietät/etc. "entheben" darfst/solltest oder nicht???


mfg oernzz


PS: Da fällt mir grad auf das dieser Text hier doch sehr grosse Ähnlichkeit mit ´ner "Quote-Orgie" hat...Wird ja auch nicht "gern gesehen" ;)
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Jarod

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20

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 16:40

So jetzt muss ich mich auch mal hier einmischen! :mad:

Es kann nicht angehen das hier über eine verstorbene Person diskutiert oder teilweise hergezogen wird, über seine poltische Einstellung und das was er in seinem Leben geschafft hat.

Jeder hat seine freie Wahl für welche Partei er sich angagiert. Dies zu kritisieren finde ich falsch!
Mein Beileid für seine Familie und Freunde die ihn verloren haben.

Zu den Personen die so "Pietätlos" waren, einfach das nächstemal überlegen bevor ihr was schriebt oder einfachmal :ahn:

P.S.: Wer etwas verändern will soll nicht quatschn, sondern machen und dafür arbeiten das sich was ändert!

Denkt über euer Verhalten nach!
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